Die Weingartner Leiderhandschrift ist eine Sammlung aus Minnelyrik aus dem frühen 14.Jahrhundert. Sie wurde wahrscheinlich zwischen 1310 und 1320 in Konstanz angefertigt. Die Handschrift nennt 25 mittelhochdeutsche Versdichter vom Ende des 12. bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts. Zudem enthält sie die Minnelehre des Johann von Konstanz (urkundlich belegt zwischen 1281 - 1312), einem geistlich gebildeten Dichter, der im alemannischen Dialekt schrieb.
Folgende Autoren werden genannt: Kaiser Heinrich, Rudolf von Fenis, Friedrich von Hausen, Burggraf von Rietenburg, Meinloh von Sevelingen, Otto von Botenlauben, Bligger von Steinach, Dietmar von Aist, Hartmann von Aue, Albrecht von Johansdorf, Heinrich von Rugge, Heinrich von Veldeke, Reinmar von Hagenau, Ulrich von Gutenberg, Berger von Hornheim, Heinrich von Morungen, Ulrich von Munegur, Hartwig von Raute, Ulrich von Singenberg, Wahsmuot von Kunzich, Hiltbolt von Schwangau, Wilhelm von Heinzenburg, Leuthold von Seven, Rubin, Walther von der Vogelweide, Wpolfram von Eschenbach
Angeblich soll sich die Liederhandschrift eine Zeit im Besitz des Joseph Freiherr von Laßbergs befunden haben. Dieser war auch Eigentümer der Burg Meersburg. Der sog "Unterhof" gegenüber der Weinstube Haltnau war lange Zeit im Besitz der Weingartner. Es ist also durchaus möglich, dass sich Meersburgs Wege mit der Weingartner Liederhandschrift ein paarmal gekreuzt haben.