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![]() | ![]() | Katharina zu Lanzhoven
geboren an Matthäustag des Jahres 1270 als erste und einzige
Tochter des Albert von dem Aigelhof.
Von dem Aigelhof ist angesehener Meersburger Bürger und Daisendorfer jurati, einer der vier Ortsvorsteher der durch Eid dem Obervogt und
somit dem Konstanzer Bischof
direkt verpflichtet ist.
In ihrem dreizehnten Jahr wird sie verheiratet mit Cuonrad
von Lanzhoven, Ritter zu Menlishoven. Sie gebiert ihm im September 1285 eine
Tochter, Laurentia Sophie. Die Eheleute lieben und respektieren sich, gemeinsam
bewirtschaften sie das kleine Weingut und haben ein ansehnliches Einkommen. Im
Jahr 1288 verstirbt Von dem Aigelhof plötzlich ohne erkennbaren Grund. Cuonrad
von Lanzhoven versucht den Besitz seines Schwiegervaters zu halten doch dafür
muss er sich viel Geld leihen. Die Geschäfte laufen schlecht und schon bald
bleibt ihm keine andere Möglichkeit mehr als sich dem Kreuzzug anzuschliessen
in der Hoffnung auf reiche Beute damit er wenigstens seinen Familienbesitz
retten kann. Als er Lanzhoven im Jahr 1289 verlässt, trägt seine Frau die
zweite Tochter unter dem Herzen, sie wird im Frühjahr 1290 geboren und erhält
den Namen Helena Elisabeth.
Cuonrad hat wenig Glück, er überlebt zwar die letzte große
Schlacht, aber wenige Wochen später rafft ihn das Wundfieber dahin.
Katharina erhält alsbald die Nachricht vom Tod ihres Gatten,
überbracht von den heimkehrenden Waffenbrüdern. Sie ist benommen und tief
getroffen von diesem Verlust, dennoch dankt sie den Männern und lädt sie ein,
wann immer sie in der Nähe seien, in ihrem Haus zu verweilen.
Die Jahre vergehen und es wird immer schwerer, das Weingut
allein zu führen. Nach einem schlimmen Sturm am 20. September 1295, der fast
die ganze Ernte vernichtet und einem weiteren schlechten Jahr, in welchem die
Trauben an den Reben verfaulen, hat sie kein Vermögen mehr und das Gesinde
weigert sich, weiter in ihrem Dienst zu stehen. Sie tritt in Korrespondenz mit Burkhard von Irrendorf, dem Meersburger
Ammam, und bittet um Hilfe doch dieser ist zu beschäftigt mit der Neu- und
Umgestaltung Meersburgs im Auftrag seines Bischofs und Herren Heinrich von
Klingenberg und rät ihr, sich wieder zu verheiraten. Am 29.September 1299
erhält Meersburg das Stadtrecht von Ulm durch König Albrecht.
Katharina sieht nun mit ihren Kindern keine andere
Möglichkeit als Haus und Hof zu verlassen. Sie bittet „Frank zu Bermatingen“,
einen Waffenbruder ihres Mannes, sich seines Schwures den Gefallenen gegenüber
zu entsinnen und er bietet ihr an, fortan unter dem Schutz des Blutbandes zu
verweilen. Nach einer kurzen Zeit hat sie ihren Platz in der Gemeinschaft
gefunden; sie beginnt zu schneidern und bald schon kommen viele zu ihr um sich
Gewandungen anfertigen oder verschönern zu lassen.
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